Zukunft des Rechtsstandorts Worms im Blick

Wie kann Worms für junge Juristinnen und Juristen attraktiv bleiben? Und welche Rahmenbedingungen braucht es, damit qualifizierte Fachkräfte in der Stadt arbeiten und leben wollen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines gemeinsamen Austauschs von Bürgermeisterin und Oberbürgermeisterkandidatin Stephanie Lohr mit dem rheinland-pfälzischen Justizminister und für Verbraucherschutz, Dr. Helmut Martin, sowie Juristinnen und Juristen aus Worms. Bei einem gemeinsamen Mittagessen kamen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Notare sowie Mediatorinnen und Mediatoren miteinander ins Gespräch.
Ein Thema war die Entwicklung der örtlichen Anwaltschaft. Nach Einschätzung der Teilnehmer geht die Zahl der niedergelassenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte zurück. Damit stellt sich auch für Worms die Frage, wie es gelingen kann, qualifizierte Nachwuchskräfte für die Stadt zu gewinnen und langfristig zu halten.
„Worms muss ein Ort sein, an dem Menschen nicht nur einen guten Arbeitsplatz finden, sondern auch gerne leben“, sagte Lohr. „Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum, gute Schulen und Kitas, attraktive Freizeitangebote, eine lebendige Innenstadt und gute berufliche Perspektiven. Bei Juristinnen und Juristen kommen eine gut erreichbare Justiz und eine starke Anwaltschaft vor Ort hinzu.“
Auch die Rahmenbedingungen der Justiz und die Situation des juristischen Nachwuchses wurden intensiv diskutiert. Zur Sprache kamen unter anderem lange Verfahrenszeiten bei Gerichten und die zunehmende Herausforderung, Nachwuchs für juristische Berufe zu gewinnen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die juristische Ausbildung. Hoher Leistungsdruck und die besondere Bedeutung der Staatsexamina prägen das Jurastudium nach wie vor. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, welche Veränderungen sinnvoll sein könnten und wie der juristische Beruf für die nächste Generation attraktiv bleiben kann. Justizminister Dr. Helmut Martin stellte sich den Fragen aus der Runde und nahm Anregungen aus der beruflichen Praxis auf.
Lohr kennt viele der angesprochenen Themen auch aus eigener beruflicher Erfahrung. Vor ihrem Wechsel in die Kommunalpolitik war die Volljuristin viele Jahre in verschiedenen juristischen und leitenden Funktionen in der Wirtschaft tätig.
„Wenn Menschen aus unterschiedlichen juristischen Berufen an einem Tisch sitzen, wird sehr schnell deutlich, wo es in der Praxis hakt“, sagte Lohr. „Solche Gespräche sind wichtig, weil politische Entscheidungen und die Realität des Berufsalltags zusammengebracht werden müssen. Das gilt für die Justiz genauso wie für die Frage, was wir als Stadt selbst tun können.“
Aus Lohrs Sicht ist eine funktionierende juristische Infrastruktur zugleich ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort. Unternehmen, Vereine und Privatpersonen seien auf erreichbare und kompetente Ansprechpartner angewiesen. Gleichzeitig stehe Worms bei der Gewinnung qualifizierter Fachkräfte im Wettbewerb mit anderen Städten der Region.
„Wir können nicht darauf warten, dass junge Fachkräfte von allein nach Worms kommen“, sagte Lohr. „Wir müssen ihnen gute Gründe geben, sich für unsere Stadt zu entscheiden – beruflich und persönlich.“
Text: ML/Redaktion Die Knipser · Quelle: Pressemitteilung Stephanie Lohr
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